Ich weiß nicht, wie es geht, aber ich bin da!
Ich bin in letzter Zeit selten, abseits meiner beruflichen Tätigkeit, pädagogisch wertvoll. Meistens zu Hause mit den Kindern angestrengt und überfordert.
Das tägliche, in die Schule gehen überreden und begleiten unserer älteren Tochter, zieht an meinem nicht ausgeschlafenen Nervenkostüm. Der Kleinere entdeckt, nach langer sehr entspannter Lebensform, seinen Trotz. Jaja ist wichtig für seine Phase und Entwicklung. Mann und Frau, als Eltern, sind den Launen und Entwicklungen der Kinder oft ausgesetzt und das trifft mich oft unerwartet und emotional. So entwickeln sich bei mir Fluchttendenzen: „Ich geh mal Zigaretten holen“, oder auch Aggressionen gegenüber meiner näheren Umwelt. Doch diese Fluchtgedanken bringen mir auch öfters einmal einen Abend mit Freunden, Spaß und Spiel. Doch die Folgen sind anschließend Müdigkeit und noch mehr Ärger. Ganz oft denke ich mir: „Genauso wie ich geworden bin, wollte ich eigentlich nicht werden.“
Wo sind die Zeiten, wo ich mit voller Freude und Energie in die Vaterkarenz ging?
Bei unserem zweiten Kind haben wir entschieden, dass ich gleich nach dem Mutterschutz in die Karenz gehe und bei den Kindern bleibe. Heldentum und Abenteuerlust waren mir sicher. Ich genoss die Zeit mit den Kindern zuhause, am Spielplatz, bei Ausflügen oder bei den Treffen mit anderen in der Karenz. Der Haushalt ging auch gut mit, der Jüngling schlief gerne und viel.
Eine Energie des Aufbruches und der Geborgenheit umgab mich.
Doch so ein Jahr ist lange. Nach der Hälfte der Zeit, ließ das gute Gefühl nach und wandelte sich in einen Gedanken: „Ich mache alles für euch – wo bleibe ich?“. Denn ich hatte ja gedacht, ich habe noch Zeit für mich, so neben meinen Aufgaben und ohne Erwerbsarbeit.
Dennoch müssen und dürfen wir auch auf uns schauen und individuelle Wege der Reflexion und Erholung begehen. Da hilft es auch schon einfach ehrliche Erfahrungen auszutauschen oder an andere weitergeben.
