Katholischer Familienverband Wien: Nach Förderstopp der Stadt Wien steht der Omadienst vor dem Aus
Die Folgen sind drastisch: Ohne neue Finanzierung gibt es den Omadienst ab Jänner 2027 de facto nicht mehr. Die gesamten Kosten kann der Verband allein nicht tragen.
„Der Omadienst ist kein Kindergartenangebot und wollte nie eines sein“, sagt Christopher Erben, stellvertretender Vorsitzender des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien „Er hilft Familien dort, wo Kindergarten und Schule aufhören: am frühen Morgen, am späten Nachmittag, wenn ein Kind krank ist. Dass er nicht zum Kernauftrag des Kindergartens passt, spricht nicht gegen ihn. Es zeigt nur, dass ihn jemand anderer in der Stadt fördern sollte.“
Die Stadt empfiehlt den Omadienst selbst
Auf ihrer eigenen Website weist die Stadt Wien weiterhin auf den Omadienst hin. Im Sozialinfo-Verzeichnis ist er als Angebot für „Kinderbetreuung zu Hause“ eingetragen, zuletzt aktualisiert im April 2026. Auch der Stadtrechnungshof hat den Omadienst geprüft und gewürdigt, dass er Familien eine zusätzliche Möglichkeit zur Kinderbetreuung bietet. „Die Stadt empfiehlt unser Angebot, will es aber nicht mehr unterstützen. Das passt nicht zusammen“, so Erben.
Nicht zum ersten Mal
Schon 2016 hatte die Stadt die Förderung gestrichen. Nach breiter Kritik, unter anderem vom Seniorenbund, sagte der damalige Bürgermeister Michael Häupl wenige Tage später zu, die Förderung fortzuführen. „Die Stadt hat schon einmal erkannt, was sie am Omadienst hat. Wir hoffen, dass ihr das wieder gelingt“, sagt Christopher Erben.
Seit 1973 eine Hilfe für Wiener Familien
Der Omadienst wurde 1973 gegründet. Er vermittelte ältere Menschen, die Kinder regelmäßig betreuen, an Familien in der Nähe. Er half Eltern mit Arbeitszeiten außerhalb der üblichen Öffnungszeiten, Eltern in Weiterbildung oder beim Wiedereinstieg und Familien ohne Betreuungsplatz. Die Leihomas wurden persönlich ausgewählt, legten eine Strafregisterbescheinigung vor und wurden geschult. Davon profitierten beide Seiten: Eltern konnten Beruf und Familie leichter vereinbaren, und die Leihomas blieben aktiv und eingebunden.
„Wir appellieren an Bürgermeister Michael Ludwig und an die Stadtregierung, eine Lösung zu finden, damit der Omadienst weitergeführt werden kann. Ob das über das Sozial-, das Senioren- oder das Familienressort geschieht, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass dieses bewährte Angebot nicht verloren geht“, sagt Christopher Erben abschließend.




